Der achtgliedrige Pfad des Yoga

Wer heutzutage damit beginnt, Yoga zu üben, tut das meistens, um dem eigenen Körper etwas Gutes zu tun. Im Großteil der Yogastudios stehen die körperlichen Übungen, die Asanas, im Vordergrund. Doch Yoga ist viel mehr als nur das Beherrschen der perfekten Haltung. Eigentlich geht es um das achtsame Folgen eines mehrstufigen Weges, der schon vor ca. 2000 Jahren von dem alten Yogi Patanjali in den „Yogasutras“ beschrieben wurde.

Patanjalis 8 Stufen des Yoga

Das „Yogasutra“ (übersetzt: „Leitfaden des Yoga“) ist einer der zentralen Texte über die indische Philosophie des Yoga. Patanjali, dessen Geburtsdatum unbekannt ist, schrieb diesen Text zwischen 400 v.Chr. und 200 n.Chr. Yoga wird hier als der „innere Zustand, in dem der Geist zur Ruhe kommt“ definiert.

Patanjali beschreibt im „Yogasutra“ einen Leitfaden, der dazu dient, zur Erleuchtung zu finden. Dabei handelt es sich nicht um aufeinanderfolgende Schritte, die abgehakt werden können, sondern die Verhaltensweisen sollen gleichzeitig praktiziert und in den Alltag integriert werden, um die 5 Hindernisse (Kleshas) zu überwinden, die den Geist immer wieder aus der Ruhe bringen und dadurch zu Leid führen.

Diese 5 Kleshas sind

  1. Unwissenheit (Avidya)
  2. Egoismus (Asmita)
  3. Begierde (Raga)
  4. Abneigung gegenüber Neuem/Unbekanntem (Dvesha)
  5. Angst (Abhinivesha)

Diese Hindernisse können von Yogis und Yoginis überwunden werden, wenn sie dem achtgliedrigen Pfad achtsam folgen. Das ist kein schneller und einfacher Weg zu Erleuchtung. Diese erreichen ohnehin nur die wenigsten. Aber es ist ein Prozess, der unglaublich gut tut, weil man sich selbst und seine Gewohnheiten kennenlernt und stetig weiterentwickelt.

Die 8 Glieder des Weges zum Yoga sind

yoga pose sonnenuntergang

  1. Yama – der richtige Umgang mit der Umwelt und den Mitmenschen
  2. Niyama – der richtige Umgang mit sich selbst
  3. Asana – Körperübungen
  4. Pranayama – Atemübungen
  5. Pratyahara – die Fähigkeit, die Sinne nach Innen zurückzuziehen
  6. Dharana – Konzentration
  7. Dhyana – Meditation
  8. Samadhi – Erkenntnis, innere Freiheit, Erleuchtung

Yama – der Umgang mit der Umwelt

Die Yamas betreffen die Moral und die Ethik, mit der man sein Leben führt. Es gibt 5 Regeln, die dabei helfen sollen, liebevoll mit allen Menschen und der Welt umzugehen.

  1. Gewaltlosigkeit (Ashima)
  2. Wahrhaftigkeit (Satya)
  3. Nicht Stehlen (Asteya)
  4. Enthaltsamkeit (Brahmacharya)
  5. Nicht nach materiellem Besitz streben (Aparigraha)

Diese Verhaltensweisen sollen unter anderem dazu anregen, darüber nachzudenken, wie viel Besitz wir wirklich brauchen und was davon uns wirklich glücklich macht. Die 5 Yamas sind auch der Grund, warum viele Yogis und Yoginis sich vegan ernähren: so schaden sie der Umwelt und den anderen Lebewesen auf der Welt nämlich am wenigsten.

Niyama – der Umgang mit sich selbst

Die 5 Niyamas sind Verhaltensregeln, die man befolgen soll, um sich mit sich selbst auseinandersetzen zu können. Es geht dabei um geistige Disziplin und darum, das eigene Handeln und Denken stets beobachten und analysieren zu können.

  1. Reinhalten des Geistes und der Gedanken von allem Negativen (Shaucha)
  2. Dankbarkeit und Zufriedenheit (Santosha)
  3. Disziplin (Tapas)
  4. Selbststudium (Svadhyaya)
  5. Hingabe an das Göttliche (Ishvara Pranidhana)

Asana – Körperübungen

Die körperlichen Übungen und Haltungen stehen heutzutage häufig im Vordergrund. Auf Patanjalis Weg des Yoga sind die Asanas aber nur einer von acht Teilen. Diese Übungen dienen vor allem dazu, den Körper auf das nachfolgende lange Sitzen während der Meditation vorzubereiten.

Darum soll der Körper zunächst gestrafft und gestärkt werden. Dazu gibt es über 800 verschiedene Haltungen. Wichtig bei der Ausführung ist, dass man sich rundum wohlfühlt. Wer Schmerzen verspürt, sollte aus der Haltung gehen. Es soll möglich sein, während der Übungen ruhig und tief durch die Nase ein und auszuatmen. Ist dies nicht möglich, kann das ein Anzeichen von Überanstrengung sein.

Damit Geist und Körper besser zur Ruhe finden können und nichts von der Yogapraxis ablenkt, brauchen alle Yogis und Yoginis eine passende Yogamatte, die mit ihrer Polsterung für mehr Komfort beim Üben sorgt und mit ihrer Rutschfestigkeit die nötige Sicherheit während der teilweise sehr anspruchsvollen Asanas gewährleistet.

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Pranayama – Atemübungen

Patanjali geht im „Yogasutra“ davon aus, dass es mittels bestimmter Atemübungen möglich ist, das Prana (unsere Lebensenergie) zu beeinflussen und wieder fließen zu lassen.

Die verschiedenen Atemtechniken sollen den Atem, der im stressigen Alltag oft flach und unregelmäßig geht, wieder lang und tief werden lassen. Dies führt zu geistiger Entspannung und reduziert Stress. Dadurch verbessern sich die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit.

Pratyahara – der Rückzug der Sinne nach Innen

Im Alltag reagieren unsere Sinne unkontrolliert auf äußere Reize. Sie werden abgelenkt und man ist selten bei sich selbst. Pratyahara ist die Fähigkeit, wieder in sich selbst zu ruhen, indem man lernt, die Sinne auf den eigenen Körper zu richten und sie ins Innere zurückzuziehen. Dieses Glied des Weges zum Yoga erfordert geduldiges und regelmäßiges Üben.

Dharana – Konzentration

Die letzten drei Stufen (Dharana, Dhyana und Samadhi) nennt Patanjali „Samyama“, was Versenkung bedeutet. Dharana beschreibt dabei die Fähigkeit, sich anhaltend auf eine Sache zu konzentrieren.

Dabei kann es sich darum handeln, sich während der Meditation auf einen bestimmten Körperteil oder auf ein ausgewähltes Mantra zu konzentrieren, es kann aber auch gemeint sein, sich im Alltag wieder aufmerksam auf eine Aufgabe fokussieren zu können, ohne sich permanent ablenken zu lassen.

Dhyana – Meditation

Die Meditation ist die siebte Stufe des achtstufigen Weges und wird auch als Kern des Yoga bezeichnet. Durch die Meditation soll sich der Geist entspannen und das Bewusstsein erweitern, wodurch die Yogis und Yoginis auf die letzte Stufe vorbereitet werden sollen.

Samadhi – innere Freiheit & Erleuchtung

Diese höchste Stufe können nur Yogis und Yoginis erreichen, die alle vorherigen Stufen erfolgreich miteinander verbunden und in ihren Alltag integriert haben. Wer das schafft, ist frei von äußeren Einflüssen und Bedürfnissen und ruht vollkommen in sich selbst. Dadurch kann Erkenntnis und göttliche Erleuchtung erfahren werden.

Fazit

meditationPatanjalis ganzheitlicher Übungsweg des Yoga bietet nach wie vor einen aktuellen Leitfaden für Yogis und Yoginis, wie sie ihr Leben sinnvoll verändern können. Die eigenen Bedürfnisse werden erkannt und man erlangt Freiheit von äußeren Einflüssen. Schlechte Gewohnheiten können abgelegt werden und der Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und der Umwelt verbessert sich. 

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